Eine verhängnisvolle Mittagspause ... | aud!max | 04.08.2010 @ 12:20 |
100 Kilometer in 30 Stunden. EINHUNDERT (!) Kilometer in DREIßIG (!!) Stunden. Das ist die Distanz zwischen Dresden und Leipzig. Das sind über zwei Marathonläufe und das sind rund 333.333 aud!max-Hefte längs aneinandergelegt. Und das zu Fuß! Laufen! Nonstop! Im Harz, wo es Hügel und auch etwas größere Hügel und sogar richtige Berge gibt.
Wir selbst müssen diese Zeilen wieder und wieder lesen, um zu kapieren, zumindest zu erahnen, was wir uns da eigentlich antun. Die Reaktionen von Kollegen und Freunden, denen wir von unserem klitzekleinen Vorhaben erzählt haben, schwankten zwischen Belustigung, Entsetzen und ernsthafter Sorge um unsere Gesundheit. Sowohl körperlicher als auch geistiger Natur, versteht sich. „Habt ihr sie noch alle?“ ist so ein netter Satz, der uns – Onlineredakteurin Karin, Marketingfrau Melanie sowie den beiden Redakteuren Julia und Thomas – derzeit in inflationärer Häufigkeit entgegenschlägt. So richtig sicher, ob wir diese Frage ruhigen Gewissens verneinen können, sind wir uns noch nicht. Und je öfter die besagten Kollegen und Freunde Worte wie „Wahnsinn!“, „Waaaahnsinn!“, „Waaaaaaaaaaaaaaahnsinn!!!“ oder auch ein sicherlich wohlwollend gemeintes „Wahnsinn, ihr seid nicht sauber!“ herausposaunen, desto klarer werden uns die Dimensionen: 100 Kilometer in 30 Stunden. Am Stück und ohne großartige Pausen. Wo geht man da eigentlich Pinkeln?
Die Idee, am Oxfam Trailwalker teilzunehmen (Gott, haben wir das jetzt echt geschrieben? Es scheint also definitiv zu sein!) entstammt einer Mittagspause, in der wir etwas getan haben, das bei uns ehrlich gesagt ziemlich häufig vorkommt: Wir haben rumgesponnen. Bedauerlicherweise fehlt uns so eine hübsche Bremse, die immer dann reagiert, wenn wir mit unseren Ideen etwas überdrehen und die uns somit vor unüberlegten – um nicht zu sagen: saudummen – Entscheidungen bewahrt. Denn besagte Mittagspause war nicht Anfang des Jahres – zu einem Zeitpunkt also, zu dem wir zumindest noch ausreichend Trainingszeit gehabt hätten, um uns nicht völlig der Lächerlichkeit preis zu geben. Auch nicht im Frühling. Und auch nicht im Hochsommer. Besagte Mittagspause war Mitte Juli (2010 wohlgemerkt!), also sensationelle zwei Monate vor der Veranstaltung an sich. Dazu ein kurzer Dialog zwischen einem Läufer und einem Läufer-Bekannten:
Bekannter: (fragend) „Zwei Monate Vorbereitung bloß?“
Läufer: (überzeugt) „Ja.“
Bekannter: (zweifelnd) „Reicht das denn?“
Läufer: (sehr überzeugt) „Klar!“
Bekannter: (erheblich zweifelnd) „Wirklich?“
Läufer: (wahnsinnig überzeugt) „Logisch!“
Bekannter: (bemitleidend) „Aber das klingt ziemlich kurz. Meint ihr echt, ihr packt das?“
Läufer: (genervt überzeugt) „Ja doch!“
Bekannter: (nicht so sehr überzeugt) „Ich hab da meine Zweifel.“
Läufer: (kleinlaut zweifelnd) „Wir auch.“
Dennoch haben wir nicht lange überlegt, ob wir am Oxfam Trailwalker 2010 teilnehmen (Wir machen das scheinbar wirklich, „Waaaahnsinn!“ - Ja, Wahnsinn ...). Und das hat mehrere gute Gründe: Zum einen liegt uns als Herausgeber von Abiturienten- und Hochschulzeitschriften natürlich das Thema Bildung sehr am Herzen, so dass wir uns voll und ganz mit dem guten Zweck hinter dem Oxfam Trailwalker identifizieren. Zum zweiten steht eine unserer kommenden Ausgaben unter dem Motto „Fit“, so dass sich eine Teilnahme am Trailwalker regelrecht aufzwingt. Und zum dritten, ja zum dritten … Also die Sache ist die: Bekannte von uns behaupten ja, wir wären nicht ganz sauber …
Seit ein paar Tagen arbeiten wir nun daran, uns zumindest zu einer gewissen Grundkondition zu laufen. Und nach dem ersten Training, in dem wir schon ‚Fast-100-Kilometer‘ gelaufen sind (Es waren beinahe 50 Kilometer! Okay, 40. Ja doch, 30 …), taten uns immerhin weit weniger körpereigene Bestandteile weh, als zu befürchten war. Das verbuchen wir mal auf der Habenseite, auch wenn uns fies-pragmatisch denkende Menschen darauf hingewiesen haben, dass der bewältigte Höhenunterschied auf unserer ersten Trainingsstrecke furchteinflößende 23 Zentimeter betrug. Jeder fängt halt mal klein an und wir wollen euch an dieser Stelle regelmäßig über die Fortschritte unseres Leistungsvermögens auf dem Laufenden halten.
Und so werden die nächsten Wochen wohl einem festen Schema folgen: Trainieren. Kurieren. Trainieren. Kurieren. Trainieren. Kurieren. Trainieren. Kurieren. Am Oxfam Trailwalker teilnehmen. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Kurieren. Nächste seltendämliche Idee in einer Mittagspause haben. ;-)
Alle weiteren Infos inklusive Videotagebuch unseres Trainingslagers gibt’s unter www.audimax.de/100km.
In diesem Sinne viele Grüße vom aud!max-Team, das es mit der großen Nina Ruge hält: „Alles wird gut!“
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