Mit dem gestrigen Tag haben wir das nächste Training hinter uns. Und schon wieder nicht vollzählig. Viola fällt immer noch verletzungsbedingt aus . Matthias war pflegebedingt verhindert. Jürgen ist noch nicht ganz wieder hergestellt für die lange Strecke, die wir geplant haben. Nicole war verhindert. Und so blieben nur Peter und ich.
Dieses Mal haben wir uns eine Mountainbike-Strecke von 25km Länge ausgesucht. Um 18.00 Uhr sind wir gestartet, um auch in die Dunkelheit zu geraten. Nach 5:40 h waren wir am Ziel.
0 - 3,3 km: Startpunkt bis Nordmannsturm
Los geht es in Egestorf an der Waldstraße/Ecke Rottkampweg. Von dort aus gehen wir zum Kornweg hoch und dann weiter nach links in Richtung Bierweg. Weiter geradeaus ein kurzes Stück bis zum Fastweg, der schnell in den Kammweg mündet. Diesem folgen wir bis zum Nordmannsturm.
3,3 - 10,6 km: Nordmannsturm bis Fernsehturm
Am Nordmannsturm (roter Pfeil) sollen wir links abbiegen. Auf Anhieb ist aber kein Weg zu finden. Also gehen wir einige Meter zurück und siehe da, plötzlich ist da ein kleiner Weg, der quer durch den Wald führt.

Klasse, bergab über viele Wurzeln und mitten durch das Unterholz. Da macht das Mountainbikerherz einen Riesensprung. Unseres aber auch . Nach ca. 500m erreichen wir das Ende des Weges und stehen auf dem Wallmannsweg, dem wir vorbei an der Wallmannshütte folgen, bis dieser im Schulzeweg mündet. Hier geht’s nach rechts weiter zur Lauenauer Allee. Dieser folgen wir, bis wir uns wieder auf dem Kammweg befinden. Noch 700m, dann sind wir auf dem „Großen Hals“ am Fernsehturm.
10,6 - 17,1 km: Fernsehturm bis zurück zum Kammweg
Hier sollte irgendwo rechts ein Weg führen, den wir aber auch nicht sofort entdecken können. Schließlich ist da ein paar Meter zurück ein Trampelpfad. Der muss es sein. Also nix wie rein da, nachdem ich mich kräftig mit Zeckenspray eingenebelt habe.
Jetzt wird es spannend. Langsam wird es dunkel und der Pfad führt uns quer durch den Wald, über Stock und über Stein, durch Gebüsche und über unbefestigte Wege. Dass uns keine Wildschweinrotte überrascht hat, überrascht mich wiederum ein wenig.
Zwischengeschehen:
Wir nehmen uns vor, an der nächsten Bank eine kleine Pause zu machen. Mittlerweile ist es früher Abend, die Sonne ist kaum noch zu sehen und wir sind schon mehr als 2 Stunden gelaufen. Die nächste Bank soll unsere sein.
Als wir den Wildwechsel-Pfad verlassen, kommen wir auf einen Weg, der rechts in Richtung Königsallee führt. Diesen nehmen wir. Und siehe da, unterwegs ist auf einer kleinen Anhöhe auch tatsächlich eine Bank. Aber, und das hat mich echt verblüfft, die ist bereits besetzt. Da sitzt ein Mann, Brotzeit und Fantaflasche vor sich ausgebreitet, und macht eine Pause. Ganz allein. Sehr suspekt. Unseren freundlichen Wanderersgruß ignoriert er. Schlimmer noch. Er ignoriert auch uns völlig und schaut ganz einfach in eine andere Richtung. Wie unhöflich. Und sehr seltsam! Ich muss gestehen, ich überlege kurz, was ich an Verteidigungsgegenständen bei mir führe. Außer teils bereits geleerten, teils noch gefüllten 0,5-l-Flaschen, einer Taschen- und einer Kopflampe, meinem Fotoapparat und der Wanderkarte nichts, was einigermaßen hilfreich wäre, wenn dieser seltsame Typ hinter einer Biegung auftaucht und uns bedroht.
Ach quatsch. Nix wie weiter auf der geplanten Route. Kurz vor der Mündung unseres Weges auf die Königsallee biegen wir rechts auf einen kleinen Pfad ab, rein in's Gestrüpp. Wieder quer durch den Wald, bei einsetzender Dunkelheit (und mit dem seltsamen Wanderer irgendwo im Rücken…).
Jetzt geht es wieder aufwärts, wieder über Stock, Stein, durch’s Gebüsch und über unbefestigte Trampelpfade. Lampen herausholen? Nein, noch ist es zu hell. Ein paar unbefestige Wege kreuzen den unseren. Das Gras, Farn und Brennesseln wird immer höher. Und wir mitten drin (wissen die Zecken eigentlich, dass das Spray speziell gegen sie wirken soll?). Dann stehen wir wieder auf der Lauener Allee, biegen rechts ab und folgen dieser zurück zum Kammweg nahe dem Fernsehturm.
17,1 - 22,4 km: Kammweg bis Kirchdorf
Diesen Teil der Strecke kennen wir bereits. Deshalb biegen wir nach 300m links in Richtung Bössquelle ab. Jetzt wird es auch Zeit für unsere Lampen. Es ist schon ziemlich dunkel und der Weg nur noch schlecht zu erkennen. Pfützen oder Löcher sind nicht mehr auszumachen.
Unterwegs finden wir dann auch eine Bank, auf der kein seltsamer Genosse sitzt. Die nutzen wir für eine kleine Pause. Peter packt bei der Gelegenheit seine Überraschung aus seinem Rucksackt: Kirschlikör aus Polen! Mit Schnapsgläsern!
Lecker!!! 
Nach dieser Stärkung geht es jetzt weiter. Umringt von Motten, Mücken, anderen fliegenden Nachtinsekten und von Fledermäusen. Ich kann leider nicht genau sagen, wie die Wege heißen. Aber wir befinden uns dann in der Nähe des Endes vom Bierweg.
Nach einer scharfen Linkskurve lassen wir das Bierweg-Ende hinter uns und folgen dem Weg weiter. Er endet auf einer befahrenen Straße. Wir haben die Max-Planck-Straße in Kirchdorf erreicht.
22,4 - 25 km: Kirchdorf bis Endpunkt
Dieser Straße folgen wir ein Stück bis zur Einsteinstraße. Hier geht es rechts herum wieder in die Wildnis. Endspurt.
Während Peter und ich uns auf die letzten Meter freuen, es kann ja nicht mehr weit sein, hören wir plötzlich links ein Rascheln im Wald. Dann ein lautes Röhren. Ein sehr lautes Röhren, das auch noch näher kommt. Und plötzlich bricht etwas links aus dem Gebüsch heraus, ca. 10m vor uns. Im Schein unserer Lampen können wir zwei glühende Augen ausmachen. Und einen riesigen Körper, der von links nach rechts genauso schnell wieder im Gebüsch verschwindet wie er aufgetaucht ist . Das muss wohl ein Hirsch gewesen sein, der vor dem Röhren geflüchtet war. Dieses Röhren hat sich dann aber auch wieder von uns entfernt. Unser Schritt wird ein wenig forscher, wir nehmen ein klitzekleinwenig mehr Tempo auf, um die letzten Meter möglichst ohne Wildtierangriff zu überstehen. Diese ganze Aufregung auf den letzten Kilometer.
@Stefan: Danke für die Taschenlampe. Die ist echt klasse. Zum Gehen zwar nicht so geeignet, weil das Licht durch die Bewegung zu unruhig ist. Aber wenn man mal kurz etwas mehr Licht braucht, ist die gut zu gebrauchen .
@Jutta: ohne Licht nachts im Dunkeln durch den Deister? Nee, nee, das hast Du bestimmt noch nicht gemacht. Ich werd' es bestimmt auch nicht machen, schon deshalb nicht, um mir nicht die Haxen zu brechen oder die Füße in Pfützen zu tränken.
@unbekannten Ersteller der Strecke: danke dafür. Nicht nur mit dem Mountainbike macht diese Strecke Spaß.
Bis zum nächsten Mal.

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